demiroglu semih2In einem Spiel, das vor Humorlosigkeit geradezu strotzte, wäre das fast noch die Pointe gewesen: Es lief die 80. Minute in der Oberligapartie zwischen der Spvgg. Erkenschwick und SC Paderborn 07 II, beide Mannschaften hatten sich – so schien es zumindest – auf ein höchst leistungsgerechtes 0:0 geeinigt. Da plötzlich trat Dennis Konarski an, wagte sich weit in die Paderborner Hälfte und fand mit Muhamed Demir in der Spitze den freien Mann.

Die dicke Chance zum 1:0: Semih Demiroglu scheitert aus nächster Nähe an SCP-Keeper Till Brinkmann. Foto: Krimpmann

Demir versuchte es aus 14 Metern mit einem Lupfer, der aber misslang, aber das war das nicht wirklich Entscheidende an der Szene: Für die beste Erkenschwicker Torgelegenheit in den zweiten 45 Minuten hatten Erkenschwicks Abwehrchef Konarski und der auf die „Sechs„ beorderte Defensivstratege Demir gesorgt! Und das ließ tief blicken.

„Im Fußball muss man Tore schießen, um ein Spiel zu gewinnen“, befand Trainer Zouhair Allali. „Und genau das war heute der Knackpunkt.“ Zum Erkenschwicker Glück traf genau das auch auf den Gast aus Paderborn zu, der damit seine Harmlosigkeit auf nunmehr sieben Tore in 13 Spielen „erhöhte“.

Am Sonntag, vor gut 100 Zuschauern am nasskalten Stimberg, standen die Schwarz-Roten ihren Gästen damit in nichts nach. Das Schneckenrennen im Tabellenkeller geht damit ungebremst weiter, zumal auch die verbliebenden Konkurrenten SuS Stadtlohn und ASC Dortmund nur zu jeweils einem Punkt kamen.

Von zwei schwachen Hälften war aus Erkenschwicker Sicht die erste noch die bessere. „Da haben wir Druck aufgebaut, zweite Bälle provoziert“, sagte Allali. Lohn der Bemühungen waren zwei wirklich gute Gelegenheiten.

Mit einer, einem Schuss aus der Drehung aus 16 Metern, scheiterte Ivan Benkovic am klasse parierenden SCP-Schlussmann Till Brinkmann (34.). Dann schaffte es Semih Demiroglu, einen Flankenball von Gerard Lubkoll aus drei Metern Torentfernung nicht an Brinkmann vorbei zu bringen (39.).

Paderborn fand bis dahin im Prinzip nicht statt, und daran änderte sich nach dem Wechsel nur wenig. Allerdings hatten nun auch die Ostwestfalen zwei Chancen der allerersten Güte, beide Male durfte sich Tim Mannek versuchen. Erst schoss der 20 Jahre alte Offensivmann, der auf vier Drittliga-Einsätze in dieser Saison zurückblicken kann, ans Außennetz (59.). Dann drosch er in der 74. Minute das Rund aus etwa fünf Metern über den Querbalken.

„Das waren zwei Chancen, die Tore hätten sein müssen“, haderte Paderborns leidgeprüfter Trainer Christoph Müller. Der wusste aber auch: „Auch wenn wir in der zweiten Hälfte etwas besser waren, war das Chancenverhältnis ausgeglichen. Daher geht das Unentschieden für beide Seiten in Ordnung.“

Sein Erkenschwicker Kollege Zouhair Allali kann trotz des 0:0 im Kellerduell in Ruhe weiterarbeiten. Für den Spvgg.-Vorsitzenden Hermann Silvers steht fest: „Wir werden eine Trainerdiskussion gar nicht erst zulassen. Zouhair Allali bleibt unser Mann, auch wenn es für die Liga nicht reichen sollte.“ Das sagte Silvers am Sonntag vor Anpfiff. Zwar hat es bislang eine offene Trainerdiskussion unter den Anhängern am Stimberg nicht gegeben. Silvers sieht sich dennoch in der Pflicht, Allali den Rücken zu stärken.

von Olaf Krimpmann

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