Coemez Enes2Die Spiele in der Hinserie werden weniger, die Chancen, noch einmal Boden gutzumachen, damit auch. Das trifft auf die Spvgg. Erkenschwick zu, die seit Wochen auf Tabellenplatz 16 der Oberliga Westfalen festklebt. Das trifft auch auf den Gegner am Sonntag zu, den Tabellen-15. SuS Stadtlohn. Mein muss kein mathematisches Genie sein, um zu erkennen: Ein „Dreier“ würde beiden Mannschaften glänzend zu Gesicht stehen.

Enes Coemez deutet es an: Wo sind Anspielstationen? Nicht nur der Erkenschwicker Verteidiger hofft am Sonntag auf mehr Bewegung bei seinen Mannschaftskameraden.  Foto: Olaf Krimpmann

  „Wenn das Spiel gegen uns für Stadtlohn schon das Spiel der Spiele ist, dann soll uns das Recht sein. Sollen die sich unter Druck setzen“, sagt Erkenschwicks Trainer Zouhair Allali. Druck aber sieht er auch bei seinem Team: „Dass wir das Spiel gewinnen wollen, ist wohl auch klar.“

Die Voraussetzungen für ein denkwürdiges Spiel sind damit gegeben. Überhaupt hat es in und nach den Duellen beider Mannschaften verhältnismäßig oft ziemlich bemerkenswerte Begleitumstände gegeben. Hier eine kleine Auswahl:

19. September 1999: Erkenschwick, gerade aus der Regionalliga abgestiegen, siegt 2:1 im Losbergpark und feiert damit den ersten vollen Erfolg nach elf(!) Monaten.

19. März 2000: Im Rückspiel unterliegt Erkenschwick 0:4, Trainer Peter Dewitz tritt direkt nach dem Spiel zurück. Dewitz war zuvor als Spieler stolze 13 Jahre für Erkenschwick aktiv.

2. April 2015: Am Kunstrasenplatz im Losbergpark brennt’s, Erkenschwick siegt in einem hitzig geführten Spiel 2:0, SuS-Trainer Daniel Sekic muss nach 75 Minuten hinter die Barriere. Nach dem Spiel gibt es unter Zuschauern Tumulte.

16. Oktober 2015: Es ist ein regnerischer Freitagabend, die Spvgg. ist bereits umgezogen in der Kabine, als das auf dem Rasenplatz angesetzte Spiel abgesagt wird. Die Gemüter kochen hoch, Erkenschwick wittert einen Skandal. Es folgt erst eine Wertung durch den Staffelleiter, dann Stadtlohns Einspruch und eine Verbandsspruchkammersitzung, nach der die Partie neu angesetzt wird. Die findet beim 2:2 keinen Sieger.

"Das Entscheidende sind die Wege"

Erkenschwick durfte am Dienstag im Testspiel gegen Stuckenbusch (3:1) wenigstens mal wieder einen vollen Erfolg feiern – Stadtlohn hat wie die Spvgg. und ASC Dortmund noch kein Oberliga-Heimspiel gewinnen können in dieser Saison. Ob’s ein gutes Omen ist für die Gäste?

Zouhair Allali will nichts auf Statistiken geben. „Es liegt nur an uns“, ist der Trainer überzeugt. Trotz der weitgehend mauen Vorstellung gegen SC Paderborn 07 II (0:0) sieht der A-Lizenzinhaber Licht am Ende des Tunnels: „Die Ordnung in der Defensive ist besser geworden, die Bereitschaft ist bei allen groß.“

Jetzt gelte es, das nächste Problem anzugehen: „Das Entscheidende sind die Wege. Die Jungs laufen viel, aber manchmal nicht klug und effektiv genug.“

von Olaf Krimpmann

INFO SuS Stadtlohn - Spvgg. Erkenschwick; So., 13. November, 14.30 Uhr – Hülsta-Sportpark. Navi: Uferstraße/Am Losbergpark, 48703 Stadtlohn.

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