benkovic ivan7War die sportliche Lage bei Oberligist Spvgg. Erkenschwick schon vor dem November ernst, droht sie nun immer hoffnungsloser zu werden. Im Kellerduell bei SuS Stadtlohn gab es eine verdiente 0:4 (0:1)-Niederlage. Dazu sah Okan Solak in der 52. Minute die Rote Karte. Erkenschwick rutschte auf einen direkten Abstiegsplatz. „Wie wir über weite Strecken gespielt haben, war das nicht oberligatauglich“, redete Trainer Zouhair Allali nach der Partie Klartext.

 Torjäger ohne Fortune: Ivan Benkovic umspielt hier zwar Stadtlohns Innenverteidiger Georgios Efthimiou, ein Tor war dem Erkenschwicker Stürmer am Losbergpark aber nicht vergönnt.  Foto: Olaf Krimpmann

Unnötig hatten seine Mannen die Partie aus den Händen gegeben.

Mit etwas mehr Disziplin, mit mehr Laufbereitschaft und Einsatz wäre SuS Stadtlohn sicher beizukommen gewesen. Die Münsterländer befanden sich vor dem Spiel in einer ähnlichen Situation wie die „Schwicker“. Das sah man der Partie auch deutlich an.

Gelungene Kombinationen waren hüben wie drüben zunächst selten, das Kellerduell lebte von seinen Zweikämpfen. Von den wenigen Torszenen hatten die Gäste sogar noch die besseren: Erst scheiterte Ivan Benkovic mit einem Schuss aus 14 Metern an SuS-Keeper Sören Stauder, der per Fußabwehr rettete. Dann köpfte Benkovic den von Ibrahim Erdem getretenen Eckstoß ans Außennetz (15.).

Während die Gäste zunehmend ungestümer wurden, lauerte Stadtlohn auf seine Chance – und bekam sie in der 40. Minute auf dem Silbertablett präsentiert.

Dennis Konarski blieb mit einem Schuss am Stadtlohner Strafraum hängen, die Gastgeber überbrückten postwendend das Mittelfeld und spielten Mario Worms frei, der zum 1:0 traf. Das war schmeichelhaft für SuS – und fatal für Erkenschwick. „Es waren genügend Spieler hinter dem Ball, die hätten klären können“, haderte Trainer Allali.

Rote Karte für Okan Solak

Dessen Miene verfinsterte sich mit Wiederanpfiff immer mehr. Gerade zwei Minuten waren in Durchgang zwei gespielt, als Tugrul Aydin auf der linken Seite allen Platz hatte. Sein Schuss wurde zwar von Tim Oberwahrenbrock im Erkenschwicker Tor mit den Fingerspitzen geklärt, dann stand Cihan Bolat aus zugegeben abseitsverdächtiger Position goldrichtig, um zum 2:0 abzustauben (47.).

Nur fünf Minuten später wurden die Gäste dezimiert. Okan Solak versuchte einen Konter per Grätsche zu unterbinden; ob man für seine Aktion 30 Meter vor dem Stadtlohner Tor unbedingt die Rote Karte zeigen muss, bleibt müßig zu diskutieren. Schiedsrichterin Kathrin Heimann allerdings zückte sie und damit war das Spiel praktisch auch durch.

Erkenschwick stand sich an diesem Tage mal wieder selbst im Wege: Waren etliche aussichtsreiche Situationen schon vor der Halbzeit geradezu fahrlässig verspielt worden, wurden die hanebüchenen Offensivaktionen der Gäste in der 54. Minute auf die Spitze getrieben, als Marco Kampmann am Stadtlohner Elfmeterpunkt noch einmal querpassen wollte, den Ball aber an Freund und Feind vorbeischob. Von diesen und ähnlichen Szenen hatte es an dem Tage einige gegeben im Losbergpark.

Anders Stadtlohn: Mit dem 2:0 im Rücken und einem Spieler mehr auf dem Platz begann SuS nun zu kombinieren. Sehr zur Freude von Trainer Martin Stroetzel: „Oft genug mussten wir hier auf eigenem Platz Trübsal blasen, jetzt können wir mal auf die Pauke hauen.“ Die weiteren Stadtlohner Treffer erzielten Tugrul Aydin (65.) und noch einmal Mario Worms (81.).

Nach dem Abpfiff kam es zu einigen unschönen Szenen, als ein Erkenschwicker Zuschauer die Spieler der eigenen Mannschaft verbal anging. Was zeigt: Bei einigen am Stimberg liegen mittlerweile wohl die Nerven blank.

Die anderen verließen kopfschüttelnd das Stadion. Sie hatten wohl gerade den November-Blues im Ohr.

von Olaf Krimpmann

Zum Seitenanfang