Spvgg Bank gegen erndtebrückTorhüter sind meist spezielle Leute im Team, da dürfte Tim Oberwahrenbrock bei der Spvgg. Erkenschwick keine große Ausnahme bilden. Beim 1:3 am Sonntag gegen TuS Erndtebrück hätte Oberwahrenbrock das Zeug zum Helden gehabt – fast. Mit Abschürfungen im Gesicht und einem hämmernden Schädel musste der Recklinghäuser das Spiel nach einer Stunde vorzeitig beenden: Erndtebrücks Portugiese Edon Viegas Do Amaral war bei seinem Torschuss zum 1:1 auf den 26-Jährigen gefallen.

 

Tristesse gegen Spielende auf der Erkenschwicker Bank: Tim Oberwahrenbrock (Mitte) brummt der Schädel aber nicht nur wegen des 1:3 der Spvgg.  Foto: Olaf Krimpmann

 

„Ich war kurz weggetreten“, berichtete Oberwahrenbrock nach dem Spiel. Seine Selbstdiagnose: Offenbar hat er eine Gehirnerschütterung davongetragen.

Es war das zweite Mal, dass Oberwahrenbrock in dieser Saison verletzt ausgewechselt wurde. Beim Auswärtsspiel in Hassel bekam der Torhüter einen Schuss aus kurzer Distanz ins Gesicht. Damals wie jetzt hatte Oberwahrenbrock seinen Kasten bis zur Auswechslung sauber gehalten, gegen Erndtebrück gar einen Handelfmeter pariert.

„Man hat gesehen, zu welcher Leistung Tim in der Lage ist, wenn er voll konzentriert bei der Sache ist“, meint Erkenschwicks Trainer Zouhair Allali über seinen bei Teilen der Anhänger nicht unumstrittenen Keeper.

Nun stehen in einer Fußballmannschaft meist elf Akteure auf dem Spielfeld, und dass alle elf die Konzentration über die vollen 90 Minuten hochhalten, damit es zu einem Erfolg reicht, das hat die Spvgg. Erkenschwick in dieser Saison zu selten bewiesen. Wie am Sonntag.

War der Erndtebrücker Ausgleich noch stark über die rechte Angriffsseite herausgespielt, kamen die Gäste leicht zu ihren siegbringenden Toren. Vor dem 1:2 langte ein einfacher Diagonalball, den Philipp Böhmer im Erkenschwicker Strafraum in aller Ruhe annehmen und zum 1:2 verwerten konnte.

Beim 1:3 parierte der eingewechselte Schlussmann Marvin Kröger Böhmers Schuss, doch weit und breit war kein Mitspieler zu sehen, der das Leder noch hätte aus der Gefahrenzone dreschen können. Böhmer durfte damit im zweiten Versuch vollenden.

So kommt’s, dass die Spvgg. nun das Tabellenende ziert. Tim Oberwahrenbrock gibt die Hoffnung nicht auf: „Wir haben eine Stunde gut gespielt, dann hat man Erndtebrücks Qualität gesehen.“

von Olaf Krimpmann

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