allali zouhair 7Wenn der Tabellenletzte der Oberliga 1:3 (0:1) in Beckum beim SC Roland verliert, ist das auf dem Papier ein „normales“ Ergebnis. Aus Sicht der Spvgg. Erkenschwick war es in diesem Fall ein Witz. Ein ganz schlechter. Nach Spielanteilen und Torchancen hätten die Gäste einen Punkt verdient gehabt. „Tut mir leid, das als Trainer des Tabellenletzten sagen zu müssen“, gab Zouhair Allali hinterher zu Protokoll, „aber die bessere Mannschaft hat heute verloren.“

Womit der Übungsleiter, der selbst auflief und über 90 Minuten eine beachtliche Leistung bot, irgendwie recht hatte. Und irgendwie auch nicht.

Richtig ist: Die Spielvereinigung trat in Roland über weite Strecken nicht wie ein Schlusslicht auf. Allalis Mannschaft war lauf- und einsatzfreudig, sie hatte mehr Spielanteile und eine Reihe passabler Chancen, die für zwei oder gar drei Treffer hätten reichen müssen.

Richtig ist aber auch: Die Spielvereinigung leistete sich ein paar kapitale Aussetzer, die den Gastgebern Tür und Tor öffneten. Und die Roländer spazierten hindurch.

SC-Trainer Carsten Droll pries nach dem Spiel, wie seine Kicker die Treffer erzwungen hätten. Tatsächlich hielt sich ihr Beitrag in einem überschaubaren Rahmen. Beim 1:0 in der 5. Minute etwa rollte eine Hereingabe von der linken Seite durch den „Schwicker“ Strafraum. Torhüter Tim Oberwahrenbrock forderte Muhamed Demir auf, den Ball zu übernehmen. Doch der Abwehrspieler verharrte wie eingefroren am „Fünfer“ – Jonas Westemeyer am zweiten Pfosten schob den Ball mühelos ins Tor.

Allalis Plan, aus der Defensive zu spielen, war damit über den Haufen geworfen. Die Erkenschwicker nahmen die neue Aufgabe aber schnell an. In der Folge ging’s vorzugsweise in eine Richtung – aufs Tor der Roländer.

Unter einem halben Dutzend Erkenschwicker Möglichkeiten ragten zwei heraus: In der 35. Minute köpfte Ivan Benkovic eine Flanke von Erdem an den Innenpfosten. Von dort sprang der Ball – natürlich – ins Feld zurück. In der 41. Minute legte Allali per Kopf auf, in der Mitte störten sich Enes Coemez und David Sawatzki frei stehend gegenseitig beim Abschluss. Heraus kam ein Schüsschen.

So ließ der verdiente Ausgleich bis zur 59. Minute auf sich warten: Rolands Torhüter Ernst brachte Benkovic im Strafraum zu Fall, Dennis Weßendorf verwertete den fälligen Strafstoß zum 1:1. Plötzlich schien sogar der dritte Saisonerfolg in Reichweite. Bis zur 72. Minute.

In der krönte Demir seinen unglücklichen Tag in der eigenen Hälfte mit einem Querpass in die Füße des Gegners – und spielte seine aufgerückte Defensive damit komplett aus. Diesmal profitierte Angreifer Lars Schröder, der mit einem strammen Schuss ins lange Eck zum 2:1 traf.

Die Spvgg. steckte zwar nicht auf, die Gäste kämpften um ihre Ausgleichschance. Sie kam aber nicht mehr – stattdessen fiel das 3:1. Gerard Lubkoll zwang Torhüter Oberwahrenbrock bei einem Rückpass zu einer Parade mit der Hand. Es war der dritte Erkenschwicker „Assist“: Lars Schröder zirkelte den Ball nach dem indirekten Freistoß unter die Latte (83.).

Quelle: Stimberg-Zeitung

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