bamba mohamed6In der Westfalenliga ist Mohamed Bamba bei der Spvgg. Erkenschwick in nur wenigen Wochen zum absoluten Sympathieträger aufgestiegen. Nun hat der Stürmer aus Guinea seinen Dienst am Stimberg völlig überraschend quittiert. Nach dem Ende der Hinserie in der Westfalenliga 2 gab Mohamed Bamba in der Stimberg Zeitung noch eine Art Liebeserklärung an die Spvgg. Erkenschwick ab. Zwei Wochen später war diese Liebe offenbar schon erkaltet: Beim Hertener Mitternachtscup am 29. Dezember gab der 21-jährige Angreifer aus dem westafrikanischen Guinea seinen Ausstand im Erkenschwicker Trikot. Ohne dass im Verein einer davon wusste.

 

 Unmittelbar nach dem Jahreswechsel hatte die Spvgg. form- und fristgerecht die schriftliche Abmeldung Bambas in der Post. Und die tut vielen Ehrenamtlichen und Anhänger weh. Die hatten sich für den 21-jährigen Asylbewerber eingesetzt wie für kaum einen anderen Kicker in der jüngeren Vergangenheit.

 Und auch wenn Mohamed Bamba in der Westfalenliga mit drei Treffern faktisch keine überdurchschnittliche Abschlussquote vorzuweisen hat: Der flinke Stürmer, der vom B-Kreisligisten Wacker Süd kam und in der Westfalenliga sofort einschlug, war Kult am Stimberg.

„Von solchen Spielertypen gibt es eben nicht allzu viele“, sagte Trainer Zouhair Allali. Der hatte nach der Abmeldung zwar noch einmal das Gespräch mit Bamba gesucht. Sonderlich konstruktiv, so Allali, war der Austausch aber nicht.

 Nun dürfen am Stimberg alle rätseln: Hat Mohamed Bamba mit der vorzeitigen Trennung trickreich einen Sololauf gestartet, wie sonst so gern auf dem Platz? Oder war es die Idee eines Freundes, der auch als Berater des jungen Fußballers auftritt und ihn im vergangenen Sommer zur Spvgg. Erkenschwick lotste?

 Für den Westfalenligisten ist die Akte Bamba jedenfalls nach nur einem halben Jahr schon wieder geschlossen. Zweifellos ein Rückschlag, auch sportlich, räumt Zouhair Allali ein. Irgendwie sei es ein typischer Start ins neue Jahr gewesen, wie der Übungsleiter sarkastisch anmerkt: „Für Erkenschwicker Verhältnisse ist es hier im letzten halben Jahr doch verdächtig gut gelaufen.“

Auf der anderen Seite erhielt Allali umgehend Zuspruch aus seiner Mannschaft. Die versicherte ihm, in der Westfalenliga auch ohne Bamba an die gute Vorrunde anzuknüpfen. Und mit Bernard Gllogjani oder Thomas Hildwein besitzt Schwarz-Rot durchaus Alternativen für die Offensive.

 Wo Mohamed Bamba demnächst Fußball spielen wird, darauf darf man jedenfalls gespannt sein. Ob er bis zum Sommer überhaupt einen Klub findet? Für einen Vereinswechsel müsste die Spvgg. jedenfalls eine Freigabe erteilen. Und die könnte teuer werden. Bei einem Wechsel im Sommer ist die Höhe der sogenannten  Ausbildungsentschädigung für Amateurkicker vorgeschrieben – in der Wechselperiode II im Januar ist sie es nicht. „Fürs Erste“, sagt Spvgg.-Sprecher Andreas Giehl, „ist Bamba also gesperrt.“

Stimberg-Zeitung

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