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kuendig dennis 2Es war weder ausgesprochen gut noch ansehnlich, was der Holzwickeder SC und die Spvgg. Erkenschwick den rund 150 Zuschauern boten. Aber es war giftig, körperbetont, spannend und – aus Sicht der Gäste – am Ende halbwegs erfolgreich. 1:1 (0:0) endet die Partie. Als die „Schwicker“ schon ausgeknockt schienen, schlugen sie zurück. In der 89. Minute drückte Dennis Kündig einen Flankenball zum verdienten 1:1 über die Linie. Ausgerechnet: Der Angreifer galt lange Zeit als abgeschrieben bei der Spvgg., und Trainer René Lewejohann brachte Kündig in der Endphase auch nur, weil er bei 0:1-Rückstand keine Offensivoption mehr auf der Bank hatte.

 Dennis Kündig Spvgg. Erkenschwick Fußball Westfalenliga Saison 2017/2018 Auf einmal ist er da: Dennis Kündig stiehlt sich von seinem Bewacher fort und erzielt in der 89. Minute den umjubelten Erkenschwicker Treffer zum 1:1. Foto: Olaf Krimpmann

 Alles richtig gemacht also? René Lewejohann wollte davon nichts hören. „Die Moral der Truppe war heute überragend“, lobte der 34-Jährige lieber seine Mannen. Der Ex-Profi wusste: Es ist noch viel Luft nach oben. Sein Trainerkollege Axel Schmeing befand kurz und bündig: „Das war ein schwaches Spiel von beiden Seiten.“

Keine Überraschungen in der Startformation.

 Aber vielleicht hat man gestern die Messlatte einfach nur zu hoch gelegt? Die Gäste immerhin hatten es binnen 14 Tagen mit dem dritten verantwortlichen Mann auf der Trainerbank zu tun, das sorgt kaum für Ruhe.

 René Lewejohann führte sein Team lautstark und brachte es mit der nötigen Einstellung auf den Platz. Auf der linken Seite feierte Jan Binias ebenfalls sein Debüt bei Schwarz und Rot, der Suderwicher hatte in der 70. Minute eine der wenigen klaren Chancen, als er frei vor Keeper Beinsen scheiterte.

 Ansonsten vertraute Lewejohann weitgehend dem bekannten – und sofern nicht gesperrten – Personal, eine Riesen-Überraschung blieb vor Anpfiff in der Aufstellung aus. Nächsten Sonntag wird der 34-Jährige zwangsläufig umbauen müssen, denn Keeper Philipp Kunz, bei den Holzwickeder Chancen auf dem Posten, verlebte gelinde gesagt einen schwarzen Tag.

 Erst wertete Schiedsrichterin Vanessa Arlt das Einsteigen von Kunz gegen Holzwickedes Sebastian Schmerbeck als elfmeterreifes Foul, das die Platzherren zum 1:0 nutzten (62.). Dann rauschte Kunz in der 78. Minute aus seinem Kasten, um einen langen Ball in die Spitze zu klären. Dumm nur, dass der Spvgg.-Keeper außerhalb des Strafraums die Hand zu Hilfe nahm. Die Rote Karte für Kunz war die konsequente Entscheidung.

 Weniger konsequent war jetzt der HSC: Da die Spvgg. bereits dreimal gewechselt hatte, stand nun mit Philipp Mandla ein Feldspieler im Tor. Bange Minuten hatte der Innenverteidiger erst in der Nachspielzeit zu überstehen – zuvor waren es seine Mitspieler, die mit dem Mute der Verzweiflung den Ausgleich erzwangen.

von Olaf Krimpmann