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 manga karl heinzDie Jugendabteilung der Spvgg. Erkenschwick steckt in einem Dilemma: Stärkt man die A-Jugend im Abstiegskampf und schwächt damit die B-Junioren? Eine spannende Frage.

◦Die A-Junioren spielen am Sonntag (11 Uhr) gegen den Mitkonkurrenten SV Horst-Emscher 08. ◦ Nur ein Sieg lässt die U19 weiter an den Klassenerhalt in der Bezirksliga glauben. ◦Die U17-Spieler sollen helfen, verfolgen aber eigene Ziele mit der B-Jugend.

Einen Stürmer wie Karl-Heinz Manga (am Ball) von den U17-Junioren, Toptorschütze in der B-Junioren-Bezirksliga, könnten die abstiegsbedrohten A-Junioren gut gebrauchen. 

Warum nicht das eine tun und das andere nicht lassen, fragen die Verantwortlichen. Oder wie es Holger Gehrmann formuliert, der hauptamtlich Trainer der erfolgreichen U17 ist, aber nebenbei auch bei den A-Junioren und den Westfalenliga-Senioren mitmischt: „Wir müssen es schaffen, dass die B-Jugend auf- und die A-Jugend nicht absteigt.“

Horst-Emscher hat nur vier Punkte mehr

An diesem Sonntag verabschieden sich die überkreislich kickenden Jugendfußballer in die Winterpause. Die U19 mit dem überlebenswichtigen Abstiegskracher am Sonntag (11 Uhr, Jule-Ludorf-Sportanlage) gegen SV Horst-Emscher 08, der mit vier Punkten mehr auf dem ersten Nichtabstiegsplatz liegt, die U17 zeitgleich mit der „Pflichtaufgabe“ auswärts in Horst-Emscher. „Die Bezirksliga“, sagt Holger Gehrmann über „seine“ B-Jugend, „ist in der Spitze unglaublich ausgeglichen. Ohne unsere besten Spieler werden wir uns gegen Brünninghausen oder Weitmar auf Dauer nicht durchsetzen können.“

Konkurrenz wirbt bereits bei den Talenten der U17

Vor dem Hintergrund, dass die U17-Spieler am Ende der Saison geschlossen in den A-Jugendbereich wechseln werden, müsste doch der Klassenerhalt der U19 absolute Priorität haben – auch für die B-Jugendlichen. „Es geht ja schließlich auch um deren Zukunft im Verein“, meint dazu Matthias Gellner, der seit ein paar Tagen das Zepter als verantwortlicher U19-Trainer in der Hand hält. Fest steht wohl: Steigt die U19 ab, werden sich die U17-Spieler neue Vereine suchen. Ohnehin ist die Konkurrenz aus Marl oder Waltrop längst an den einen oder anderen talentierten U17-Spieler der Schwarz-Roten herangetreten. TSV Marl-Hüls oder VfB Waltrop werben mit den höheren Spielklassen im A-Jugendbereich.

Höherklassig auch im Seniorenfußball

„Bei uns“, hält Gellner dagegen, „können die Jungs aber auch im Seniorenbereich noch höherklassig Fußball spielen. In der aktuellen Westfalenliga-Truppe sind ja auch mehrere ehemalige Jugendspieler dabei.“ Es sind viele Baustellen, die sich kurz vor dem Jahreswechsel in der Jugend des Traditionsvereins aufgetan haben. „Nicht nur in den älteren Altersklassen“, sagt auch Ingo Finkenstein, der neue Sportliche Leiter im Nachwuchsbereich. Derzeit befinde er sich im Dauerstress. „Wichtig sind die Gespräche mit den Spielern und Eltern. Wir müssen sie von unseren Ideen überzeugen. Der Klassenerhalt der A-Jugend hat Priorität. Wenn das gelingt und die B-Jugend aufstiegt, dann wäre das das I-Tüpfelchen“, sagt Finkenstein, ehemaliger Chefscout in der Jugend von RW Essen. Er sieht in der aktuellen U17 einige Spieler, die der U19 sofort helfen könnten.

Einige Probespieler stellen sich vor

Um die personelle Lage zu verbessern (O-Ton Gellner: „Der Kader ist definitiv zu klein“) habe man auf „allen Plattformen“, wie Finkenstein es formuliert, auch nach externen Verstärkungen Ausschau gehalten. Einige Probespieler sind derzeit bei den Einheiten dabei. „Wir müssen sehen, ob die uns weiterbringen“, sagt Gellner, der die Hoffnung noch längst nicht aufgegeben hat. Mit einem Sieg bis auf einen Punkt dran Die Leistung seiner Mannschaft zuletzt sei ja auch nicht so schlecht gewesen, wie es das 0:6 beim VfB Hüls vermuten lässt.

Sieg könnte eine Initialzündung sein

„Die ersten 20 Minuten waren zum Haareraufen, die zweite Hälfte war okay. Wir haben gute Einzelspieler. Jetzt müssen wir ein Team werden.“ Ein Sieg am Sonntag gegen Horst-Emscher könnte die Initialzündung dazu sein. „Dann hätten wir nur noch einen Punkt Rückstand und vor allem hätten wir zwei Monate Zeit, um uns auf die Rückrunde vorzubereiten“, blickt Gellner voraus.

von Olaf Nehls /  Stimberg-Zeitung