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Viel Lob für Standort Stimberg

 Ein Stadion außer sich: Philipp Hofmann hat gerade den Siegtreffer zum 2:1 erzielt. Foto: KrimpmannUm 12.58 Uhr war die königsblaue Glückseligkeit perfekt. Schiedsrichter Bastian Dankert pfiff im Stimberg-Stadion ein denkwürdiges A-Junioren-Finale ab. 13 000 Zuschauer waren gekommen, um das Endspiel zwischen dem FC Schalke 04 und FC Bayern München zu sehen (2:1).


Und mit überwältigende Mehrheit riss mit dem Pfiff die Arme in die Höhe. Nach 1976 und 2006 hat Schalke zum dritten Mal die deutsche A-Jugendmeisterschaft geholt und damit mit den Bayern gleichgezogen. Denen blieb, Ironie des Schicksals, auch mit der U19 in diesem Jahr nur der zweite Platz. Es bleibt eben wie verhext für die Münchener.

Dass das 2:1 für die Königsblauen ein verdienter Sieg war, darüber gab es keine zwei Meinungen. Selbst von berufener Stelle gab es ein Lob für Königsblau. „Wir haben heute einen verdienten Sieger gesehen“, meinte Dr. Peter Gdawitz, der als Vizepräsident Jugend der ranghöchste Vertreter des DFB am Stimberg war.

13 000 Zuschauer hatten zuvor eine hervorragende Kulisse für ein mit Spannung erwartetes Finale gegeben, in dem beide Mannschaften allerdings erst nach der Halbzeit ihre taktischen Fesseln ablegten.

Ein befürchtetetes Parkchaos blieb aus, weil sich schon etliche Minuten vor dem Öffnen der Stadiontore die ersten Schlangen bildeten und viele Zuschauer rechtzeitig angereist kamen.

Dass die Partie wie das Halbfinale eine Woche zuvor wegen des großen Andrangs mit zehnminütiger Verspätung angepfiffen werden musste, nahm niemand ernsthaft krumm, auch nicht der DFB.

„Immer, wenn wir in den Westen gehen, spüren wir die große Fußballbegeisterung“, meinte Gdawitz, der sich mit der Wahl des Stimberg-Stadions als Finalort vollkommen zufrieden zeigte: „Mir ist es immer lieber, wir spielen in einem kleineren, dafür aber vollen Stadion, als in einer halbleeren großen Arena.“

So ganz nebenbei, fuhr Gdawitz fort, könne der „große Fußball“ damit dem Amateursport einiges zurückgeben. Die Spvgg. Erkenschwick jedenfalls mobilisierte gestern den ganzen Verein, um den Ansturm zu bewältigen.

Ob Jugend, erste Mannschaft oder Alte Herren – jeder drehte Würstchen um, schenkte Limo aus oder war im Innenraum als Balljunge oder „Escort-Kid“ präsent.

„Was die Organisation betrifft, muss man da nichts groß ansprechen“, meinte DFB-Vizepräsident Gdawitz. „Das war heute alles optimal.“ Dem Funktionär aus dem pfälzischen Haßloch ist die Spvgg. Erkenschwick sehr wohl ein Begriff. „Das hier ist doch ein gutes Stück Fußball-Tradition.“

Bis weit nach Spielschluss waren die Schwarz-Roten gestern gefordert. Schließlich galt es, im Vereinsheim auch noch die Kicker des FC Bayern zu bewirten. Während die Schalker ihre Meistersause im Anschluss in Gelsenkirchen feierten, machten sich die Münchner am Stimberg bereit für den Rückflug. Putengeschnetzeltes gab’s. Ein schwacher Trost für eine verpasste Meisterschaft.

von Olaf Krimpmann