Sorgte für den Siegtreffer: Sebastian Westerhoff (li.).Von einer „echten Energieleistung“ sprach Erkenschwicks Trainer Magnus Niemöller im Anschluss an den knappen 2:1 Sieg im Derby gegen den DSC Wanne-Eickel.


Denn exakt 78 Spielminuten dauerte es, bis seine Elf des Gegners Abwehrbollwerk zum entscheidenden Treffer knackte: Sebastian Westerhoff war es vorbehalten nach einer starken Einzelaktion von Kevin Kokot den sechsten Sieg in Serie für seine Farben unter Dach und Fach zu bringen. Sein präziser Schuss aus 16 Metern war unhaltbar für Gäste-Keeper Tobias Ritz.


Dass die „Schwicker“ so lange zittern mussten, lag aber – neben der eigenen schwachen Chancenverwertung – vor allem an eben jenem Ritz. Denn der trieb „Ö“ und Co. vor der Pause schier in den Wahnsinn. Gleich ein halbes Dutzend Hundertprozentige machte der beste Mann auf dem Platz da in toller Manier zunichte.

Zielsicherer zeigten sich dagegen die Gäste. Mit ihrer ersten echten Chance gingen sie prompt in Führung. Den Kopfball von Sven Jubt fälschte Davide Basile allerdings noch unhaltbar ins eigene Tor ab (31.). Doch die Gastgeber ließen sich nicht unterkriegen. Angefeuert von ihren frenetischen Anhängern blieben sie am Drücker und schafften in der 55. Minuten den verdienten Ausgleich. Einen Freistoß von Westerhoff konnte Ritz diesmal nur abklatschen. Der aufgerückte Innenverteidiger Davide Basile reagierte am schnellsten und schob zum 1:1 ein. „Da bleiben drei Mann von uns einfach stehen und schauen zu“, ärgerte sich DSC-Coach Jürgen Wielert anschließend.

Noch ärgerlicher war für ihn die Aktion von Jan-Hendrik Schmidt wenig später. Um einen Konter zu unterbinden zog er Tim Kilian von hinten die Beine weg – und kassierte den roten Karton(60.). „Das war der Knackpunkt. Da war dann unsere Ordnung weg“, analysierte Wielert.

Dennoch dauerte es noch mehr als eine Viertelstunde bis sich die Erkenschwicker entscheidend durchsetzen konnten. Kevin Kokot holte sich einen bereits verlorenen Ball am gegnerischen Strafraum zurück, behielt den Kopf oben und bediente Westerhoff. Der Rest war dann nur noch kollektiver Jubel in Rot und Schwarz.

Erkenschwick: Götz – Basile (76. Brüggenkamp), Eisen, Kokot, Ostdorf – Rosenkranz, Menne, Kilian, Westerhoff (88. Batman) – Oerterer, Glembotzki (65.Setzke)
Wanne-Eickel: Ritz – Schulz, Schmidt, Cakiroglu, Behrendt (19. Cavus) – Dzinic, Aydin, Talarek, Allali – Dosedal (75.Krawietz), Jubt (62. Franken)
Tore: 0:1 Jubt (31.); 1:1 Basile (55.); 2.1 Westerhoff (78.)
Rote Karte: Schmidt (60. grobes Foulspiel)
Schiedsrichter: Björn Backhaus (Bochum)
Zuschauer: 400

Stimmen zum Spiel

Erkenschwicks Innenverteidiger Davide Basile freute sich diebisch über seinen zweiten Saisontreffer: „Das ist ein geiles Gefühl, in dessen Genuss man als Abwehrspieler nicht so häufig kommt. Nicht so schön war der Gegentreffer. Allerdings kann ich da gar nichts machen, denn der Ball fällt aus kürzester Entfernung auf den Fuß und geht dann rein.“

Sein Nebenmann Kevin Kokot gab zu, dass er an der DSC-Führung nicht ganz unschuldig war: „Wir hatten vorher gesagt, dass wir unbedingt die Flanken verhindern wollten. Das ist mir einmal nicht gelungen und prompt geraten wir in Rückstand. Daher ist es umso schöner, dass ich anschließend mit meiner Aktion den Siegtreffer eingeleitet habe. So konnte ich meinen Fehler wieder ausbügeln.“

Gäste-Kapitän Tobias Ritz blieb trotz seiner sensationellen Paraden bescheiden und lobte lieber seine Kollegen: „Wir hatten uns viel vorgenommen für das Derby und haben auch alles, was in uns steckt in die Waagschale geworfen. Klar war Erkenschwick spielerisch besser, aber selbst in Unterzahl haben wir noch gekämpft und haben uns als echte Einheit präsentiert.“

Wannes „Sechser“ Zouhair Allali war zwar sehr zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Enttäuscht war er hingegen von einigen Erkenschwicker Fans: „Mein halbes Fußballer-Leben habe ich bei der Spielvereinigung verbracht, trainiere hier sogar noch die C-Jugend. Und da finde ich, habe ich diese teilweise doch sehr beleidigenden Schmähgesänge wirklich nicht verdient.“
Nils Heimann

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